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Todsünde 1 -
eine USV ohne Netzspanung lagern

Wenn Sie die handelsüblichen Stromversorgungen von APC und anderen einfach abschalten bzw. den Stecker ziehen, passiert innen drinnen Schlimmes. Die Blei-Akkus entladen sich relativ schnell gegenseitig und werden dadurch irreparabel zerstört.
Der Konstrukteur mußte damals einen Kompromiss finden zwischen möglichst hoher (Akku- Gleich-) Spannung (mehrere Akkus inReihe) und möglichst hohem Entladestrom (mehrere Reihen parallel geschaltet) bei Stromausfall.

4 Akkus in Parallelschaltung
1 Hochstromstecker zur Elektronik
ein prinzipieller "Kurzschluß"

Wann und warum entladen sich parallel geschaltete Akkus gegenseitig ?

Bei den APC USVs (als Beispiel) sind (fast) immer 2 Stück (oder mehr Paare) 12 Volt 7AH oder 12AH Akkus in Reihe geschaltet (das sind dann 24 Volt) und davon sind 2 solche Reihen parallel zusammen geschaltet an der USV Elektronik angeschlossen. Meist sind diese Parallelschaltungen direkt am Hochstromstecker miteinander verbunden. Bei unseren Compaqs sind es zwei 48 Volt Akku-Kreise, aber im Prinzip das Gleiche.

Liegt an dieser Akku-Parallel- Kombination keine deutlich höhere (Lade-) Spannung von außen an, fließt ein Entladestrom von den beiden Akkus mit der höheren Spannung zu den beiden Akkus mit der niedrigeren Spannung. Der kann durchaus kräftig sein, wenn zum Beispiel das Paar mit der niedrigeren Spannung dicht am Ende der Lebensdauer angelangt ist und mit der Ladeenergie nichts (mehr) anfangen kann, also seine Spannung nicht erhöht und damit den Stromfluß irgendwann beendet.

Nach unseren Messungen haben wir fast immer 4 voneinander verschiedene Akkus mit deutlich unterschiedlichen Innenwiderständen und Leerlaufspannungen. Da können also (Ausgleich-) Ströme von erheblicher Größe fließen und die noch intakten Akkus innerhalb weniger Tage tiefentladen. Und dann sind bereits nach einer Woche alle Akkus irreparabel dahin.

Was bewirkt die von außen anliegende Ladespannung ?

Die höhere ("Lade"-) spannung vom USV Netzteil bewirkt, daß die Akkus keine Ströme nach draußen abgeben, weil mit dieser höheren Spannung die Leerlaufspannung für beide Akku-Reihen angehoben wird und ein (Lade-) Strom in beide Akku-Reihen hineinfließt.

zwei gut aufgeblähte Blei-Akkus
die Säure läuft unsichtbar aus
das Chassis-Blech ist angeätzt

Todsünde 2 -
Die USV ungeprüft vergammeln lassen

Wenn also die Akkus so langsam zum Ende ihres Lebens neigen (Gründe gibt es mehrere), dann nehmen sie die zugegführte Ladeenergie nicht mehr auf, sondern setzen die ganz in Wärme um. Die Ladeelektronik wird auch keinen "Akku ist voll" Zustand mehr erkennen und lädt gnadenlos weiter.

Der Akku wird heiß und kocht innerlich und wird rundrum dick. Dadurch werden die anderen eigentlich noch intakten Akkus auch sehr sehr warm und sterben den Hitzetod mit ihren Büdern. Das Akkupack quillt gemeinsam im Zentimeter Bereich. Einzelne Akkus platzen und die Säure läuft aus. Die Akkuwanne wird von der Säure unten um unsichtbaren Bereich angefressen. Manche Stahlgehäuse mit massiven Blechen im 1,5mm Bereich haben blaue Ringe vom Glühen !!!! So heiß kann das werden.

Wir haben gesehen, wie unter einer USV der Teppichboden zum Schwelbrand entfacht wurde, so heiß war die USV und keiner hats gemerkt, bis es richtig kokelte und grauenhaft stank !!!

Wissen Sie was das bedeutet ? Nicht nur Lithium Ionen Akkus können explodieren, USV Gehäuse auch.

USVn müssen gewartet werden !

Eine USV muß nach den ersten zwei Jahren direkt im Betrieb abgeschaltet und sofort geöffnet werden. Alle Kontakte an den Akkus müssen in Augenschein genommen werden. Auf jeden Akku muß wirklich zeitnah nach dem Aussschalten (also sofort) mit dem Finger die Temperatur überprüft werden. Ist einer mehr als handwarm, muß er raus !! Ist ein einzelner Akku schon aufgeqollen, ist höchste Eisenbahn angesagt.

Sind die Kontakte irgendwo schon korridiert oder erodiert, ist schon Schaden entstanden. Hier in den Beispielbildern ist sogar Säure oben auf den Akkus und zerfrisst die verzinnten Anschüsse und Stecker.

Das alles kann man sehen, es ist kein Geheimnis. Sie brauchen auch keine Lupe, einfach nur hingucken reicht.

Diese Steckverbinder
sind wirklich irreparabel tot !!

Sind die Steckverbinder erst einmal so weit korrodiert, selbst leicht korrodiert, geht es immer weiter. Die Schutzschicht ist weggeätzt. Putzen auch mit der Drahtbürste hilft da überhaupt nichts, im Gegenteil. Es gaukelt eine trügerische Sicherheit vor. Der Ladestrom wird sicher noch fließen, aber im Falle von Stromausfall, wenn also richtig dicke Ampere fließen, ist es ganz schnell aus mit der Notstromversorgung.

Wieviel Nachsicht dürfen wir uns mit "alter" Technik leisten ?

Wenn sie uns behindert oder gar ruiniert, dann gar keine.

Diese APC USV Generationen stammen aus 1998 bis 2002 und sind von der Entwicklung sicher noch aus 1996 oder früher. Das ist alles nicht mehr zeitgemäß bzw. völlig veraltet.

Aus der Modellfugtechnik weiß ich, daß die Chinesen es schaffen, für ganz wenig Geld hochintelligente Ladegeräte zu entwickeln und auch zu bauen und "preiswertest" (kann man das steigern?) zu vertreiben. Ein paar Beispiele finden Sie auf http://www.rudisflugis.de .

Hier eines nur herausgegriffen: Die Li-Io Technik in unseren Notebooks ist an sich schon toll. Die Li-Polymer Technik ist noch einmal eine Steigerung an Leistungsfähigkeit eines Akkus. Wir Flugmodellbauer "ziehen" aus unseren kleinen 7,4 oder 11,1 Volt Akkus bis zu 15 Ampere über ca. 15 Minuten raus. Jedenfalls dieser uralte schwere Flieger fliegt mit voller Kraft ganze Minuten nahezu senkrecht in die Höhe.

Beachten Sie rechts das Ladegerät mit dem Balancer Lade-Stecker mit 4 Anschlüssen für die 3 Akkuzellen. Jede Zelle wird tatsächlich einzeln mit einem Chip gesteuert, überwacht und damit optimal geladen.


Können wir uns das nicht leisten oder wollen wir mit solch einem antiquierten USV Teil "leben", müssen wir mehr Manpower, also unsere Zeit rein stecken.


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